DE/680225 - Brief an Karunamayi geschrieben aus Los Angeles


Letter to Karunamayee Dasi (Page 1 of 2)
Letter to Karunamayee Dasi (Page 2 of 2)


Tridandi Goswami A.C. BHAKTIVEDANTA SWAMI Acharya: International Society For Krishna Consciousness

Camp: I.S.K.C.O.N. Radha Krishna Temple 5364 W. Pico Blvd. Los Angeles, Cal. 90019 Februar 25, 1968

Meine liebe Karunamayee Dasi,

bitte nehme meinen Segen an. Deinen Brief vom 15. Februar 1968 habe ich erhalten und ich danke dir sehr dafür. Ich sehe deine Fortschritte im Krishna Bewusstsein die durch deine Gefühle in deinem Brief zum Ausdruck kommen. Es macht mich glücklich, dass du solch transzendentale Freude im Dienen des Herrn spüren kannst. Diese transzendentale Freude ist unbegrenzt und nimmt zu, je mehr wir den Wunsch verspüren mehr und mehr freiwillig und bedingungslos zu dienen. Sich Krishna von Beginn an komplett hinzugeben ist generell nicht möglich, jedoch wenn wir ihm mehr und mehr dienen, werden wir uns mehr und mehr seinen Lotus Füßen hingeben.

Bitte diene Krishna weiter, so wie du es beschreibst und bereits tust. Und denke nicht, dass dein Dienst weniger wert ist als der Dienst der anderen. Im transzendentalen Dienst für den Herrn kommt es nicht darauf an ob wir arbeiten, kochen, malen, schreiben, chanten oder sonst etwas tun, es ist alles das Gleiche. Es gibt keine Unterschiede zwischen höheren oder niederen transzendentalen Ebenen. Wichtig ist, dass wir unsere Zeit und unsere Energie im Dienst für den Herren einsetzen. Schließlich sind wir alle so klein, was können wir tun? Krishna sieht, dass du Zeit im Dienst für ihn verbringst. Bitte helfe Gargamuni weiterhin bei seinen Bemühungen das Krishna Bewusstsein zu verbreiten und zu chanten und kümmere dich weiterhin um deine Pflichten. Auf diesem Weg wirst du glücklich und erfolgreich im Krishna Bewusstsein werden.

Es macht mich glücklich zu hören, dass du bestrebt bist einen neuen Tempel zu eröffnen. Dein Enthusiasmus ermutigt mich. Es gibt einen großen Bedarf das Krishna Bewusstsein zu verbreiten, und wir brauchen viele enthusiastische Jungen und Mädchen um diese Mission von Chaitanya Mahaprabhu weiterzuführen. Mein Guru Maharaj wollte das Krishna Bewusstsein insbesondere in den Westlichen Ländern verbreiten. Und nun in meinem hohen Alter übergebe ich diese große Verantwortung in eure Hände, die Hände meiner Schüler.

Bezüglich deiner Frage: Ist Prasadam (Wasser, oder anderes Essen) für den Herrn geopfert, so sollte sein Teller ca. 15-20 Minuten auf dem Altar stehen bleiben (während die Portionen in den Töpfen bereits von den Gottgeweihten genommen werden). Wasser sollte nur für ein paar Minuten dort veweilen. Sobald das Prasadam von dem Altar genommen wird, und von uns berührt wurde, sollte es nicht wieder auf dem Altar platziert werden. Was auch immer wir opfern sollte so frisch und rein wie möglich sein.

So lange wir uns im Dienst für den Herren befinden, stellt er sicher, dass wir alle unter seinem Schutz stehen. Wenn wir jedoch angegriffen werden, müssen wir uns selbstverständlich so gut wie möglich verteidigen. Keiner kann mit dem barmherzigen Nityananda verglichen werden. Er kann sich selbst ganz gut schützen. Er hätte die Sünder sofort töten können, aber er hat sich dafür entschieden die Sünder zu retten. Er war uns ein Beispiel, dass wir das Krishna Bewusstsein predigen auch wenn wir dafür persönliche Gewalt riskieren. Manchmal sind Kinder gewalttätig, der Vater jedoch weiß, dass er sich jederzeit wehren kann. So versucht er seine Kinder zu erziehen in dem er sie für ihr Verhalten ermahnt.

Ja, es zeigt Respekt, wenn du den Tempel umrundest. Wenn möglich richte deine rechts Seite zu den Bildgestalten aus. Wenn du möchtest dann tanze auf diese Weise um den Tempel herum. Ich kann mich nicht über meine Gesundheit beklagen und ich fühle mich gut. Ich hoffe dir geht es gut.

Dein ewig Wohlmeinender, [unterzeichnet] A.C. Bhaktivedanta Swami

518 Frederick Street San Francisco, Cal.