DE/690213 - Brief an Sivananda geschrieben aus Los Angeles


His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda



13. Februar 1969


Hamburg

Mein lieber Sivananda,

Bitte nimm meinen Segen an. Ich habe deinen Brief vom 4. Februar 1969 erhalten und den Inhalt sorgfältig zur Kenntnis genommen. Ich bin so froh zu erfahren, dass du die Arbeit zur Verbesserung des Zustands des Tempels wieder aufgenommen hast. Das ist sehr schön. Praktisch warst du es, der die Initiative zur Gründung der Zentren in London und Deutschland ergriffen hat. In London geht es den Jungen und Mädchen sehr gut, und auch ihr seid bereits drei, und Jaya Govinda kommt bald. Also versuche dein Bestes, Deutschland mit dem Chanten von Hare Krishna zu beleben.

Was den Vorschlag betrifft, so denke ich, wenn du dich als mein Schüler für eine künftige ordinierte Religionsministerin bewirbst, wird es kein Problem mit dem Plan geben. Wir drucken so viele Bücher, wir haben schon vier oder fünf, wenn die Regierung also überzeugt ist, dass du diese theistischen Literaturen unter meiner Anleitung studierst, weil ich als ordinierter Minister für Religion zugelassen bin, dann kannst du in die 4-D-Sektion eingestuft werden, was dich als Schüler des religiösen Dienst qualifiziert, und es wird kein Problem mit dem Einberufungsausschuss geben. Wenn also in Zukunft deine Dienste in Neu-Vrndavanna in Anspruch genommen werden, denke ich, dass ich in der Lage sein werde, dir allen Schutz zu gewähren. Aber vorläufig hast du die große Verantwortung, das Zentrum in Hamburg so umfassend wie möglich zu organisieren. Ich denke, du solltest den Vorstand für dein Zentrum wie folgt zusammenstellen: Präsident; Sivananda das Brahmacari, Kassenführer und Sekretär; Krishna das Brahmacari, Herausgeber der deutschen BTG; Uttama Sloka, Pressekommissar; Jaya Govinda das Brahmacari.

Was deine Fragen über verschiedene Namen Gottes betrifft, so haben wir nichts mit Jehova, Allah, Jesus usw. zu tun. Wenn jemand anders auf diese Weise chanten will, ist das in Ordnung, aber niemand von uns chantet Jesus usw. Wenn du willst, kannst du das tun, aber was uns betrifft, so sollten wir mit dem Hare-Krishna-Mantra und nichts weiterem zufrieden sein. Wir haben unsere Bewegung insbesondere unter dem Namen Krishna registriert. Gott hat zweifellos Millionen von Namen, aber wir befassen uns explizit mit dem Namen Krishnas, weil wir uns in der Schülernachfolge von Lord Caitanya Mahaprabhu befinden, der diesen heiligen Namen Krishna gechantet hat. Jeder sollte der spezifischen Schülernachfolge und den regulativen Prinzipien der jeweiligen Sampradaya folgen.

Dies ist erforderlich, da es viele verschiedene politische Parteien gibt, obwohl jede einzelne dem Land dienen sollte.

Was die Tatsache betrifft, dass du deine 16 Runden nicht vollendest, so sollte dies nicht regelmäßig vorkommen. Wenn du versehentlich an einem Tag nicht fertig wirst, ist das eine andere Sache. Aber wir müssen so weit wie möglich versuchen, die vorgeschriebene Anzahl von Runden vervollständigen. Du solltest versuchen, mindestens 2 oder 3 Stunden pro Tag zu chanten. Wir haben 24 Stunden zur Verfügung, also können wir ohne Schwierigkeiten 2 oder 3 Stunden für das Chanten finden. Wir müssen die Gegebenheiten einfach richtig justieren.

Was die Nutzung der Intelligenz im hingebungsvollen Dienst betrifft, so sollte die Intelligenz vom Spirituellen Meister bestätigt werden. Deshalb akzeptieren wir den Spirituellen Meister zur Führung. Du solltest dich nicht auf deine eigene Intelligenz verlassen. So wie ein Kind von einem Elternteil verlangt, ihm das Richtige zu sagen, so sollte ein strenger Schüler seine Intelligenz immer in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Spirituellen Meisters einsetzen.

Was deinen Umgang mit Impersonalisten betrifft, so solltest du jeden vermeiden, der von der Unpersönlichkeitsphilosophie lehrt. Wenn wir sie anhören, wird das unseren Fortschritt behindern. Das wird das Ergebnis sein - kein Fortschritt. Deshalb werden wir rigoros versuchen, die unpersönlichkeits Lehren zu vermeiden. Im Allgemeinen hat das nur schlechte Auswirkungen.

Was deine Frage über die Ekstase des Chantens und der Arbeit für Krishna betrifft, so ist die Ekstase, die sich automatisch manifestiert, sehr willkommen, aber wir sollten nicht versuchen, durch irgendeine künstliche Praxis in den ekstatischen Zustand zu kommen. Du solltest mehr Nachdruck auf die Bedeutung des Chantens legen. Die Arbeit für Krishna unterscheidet sich nicht vom Chanten, aber eine solche Arbeit sollte unter der Leitung des spirituellen Meisters getan werden.

Bitte übermittle Uttama Sloka meinen Segen. Ich hoffe, dass dies euch allen in sehr guter Gesundheit und fröhlicher Stimmung entgegenkommen wird.

Dein ewig Wohlmeinender,

A.C. Bhaktivedanta Swami