DE/760113 - Brief an Sri K. Raghupati Rao geschrieben aus Kalkutta



Letter to Shri Raghupati Rao (Page 1 of 2)
Letter to Shri Raghupati Rao (Page 2 of 2)



3, Albert Rodd,
Calcutta-17

13. Januar 1976


Lieber Shri Rao,

bitte nimm meine besten Wünsche entgegen. Ich möchte dir für deinen Brief vom 5. Januar 1976 danken.

Du sagst, dass es in der Bhagavad-Gita einen Widerspruch gibt, nämlich dein fehlerhaftes Verständnis. Die direkte Bedeutung des Verses des 15. Kapitels Vers 7. ist, dass jedes lebende Wesen ein ewiger fester Bestandteil von Krishna ist. Wie kannst du an einen Widerspruch in der Bhagavad-gita denken? Krishna ist kein gewöhnlicher Mensch. Wie kannst du denken, dass Krishna sich selbst in seinen eigenen Aussagen widerspricht? Dies ist deine Erfindung. Der Jiva ist Jivatma und Krishna ist Paramatma. Wo ist der Widerspruch? Warum fabrizierst du "iva"? Das ist der Fehler der Mayavadi-Philosophie. Sie erfinden Ideen.

Ja, Krishna kann in alles eindringen. Der Körper ist auch Seine Energie. "Bhumir apo 'nalo vayuh" (BG 7.4). Und im Srimad-Bhagavatam wird Krishna in den Gebeten der Königin Kunti als "antar-bahih" beschrieben, innerhalb und außerhalb. In der Brahma Samhita wird von Lord Brahma über Krishna gesagt: "andantara-stha-paramanu-cayantara-stam", Er ist in seiner Fülle in jedem einzelnen Atom gegenwärtig.

Wo sind die Wörter "iva" und "sadrsa"? Du kannst die Bhagavad-Gita nicht mit neuen Worten von Sankara korrigieren. Und selbst wenn man Sadrsa nimmt, kann man dessen Bedeutung als qualitativ betrachten. "Nityo nityanam cetanas' cetananam", Der Höchste Absolute ist das höchste ewige Wesen unter allen anderen ewigen Wesen. Das ist Sadrsa, nicht ewig in Quantität, sondern nur in der Qualität. Krishna fällt nie in Maya. Deshalb ist sein Name Acyuta. Aber die Lebewesen können in Maya fallen, also wie können sie in jeglicher Hinsicht sadrsa sein? Wenn man Gold und ein winziges Fragment Gold nimmt, ist die Qualität gleich. Nur die Menge ist anders. Das ist gesunder Menschenverstand.

Es geht nicht darum etwas "zu brechen" wie Du es bereits erwähnt hast. Der Jiva ist ewig, Sanatan. Genau wie die Sonne und der Sonnenschein. Die Sonne ist eine Kombination von hellen Molekülen und beide sind ewig existent. Ebenso sind Krishna und seine qualitativen fragmentarischen Bestandteile auch ewig. Deshalb wird der Jiva in der Bhagavad-Gita als Acchedyah (2:24) beschrieben, also wie kann er gebrochen werden? Er existiert ewig als Vibhu und Anu. Svarupamsa ist nicht Jiva, es ist Visnu Tattva. Visnu Tattva ist bekannt als Svansa und Jiva ist bekannt als Vibhinamsa.

Dein immer wohlwollender Freund,

[unterzeichnet]

A.C. Bhaktivedanta Swami

Shri K. Raghupati Rao
5 Raja Annamali Road,
Madras 600084

ACBS/tkm