DE/BG 2.41

From Vanipedia
Jump to: navigation, search
Bhagavad-gītā wie sie ist - ZWEITES KAPITEL: Zusammenfassung des Inhalts der Gītā
Go-previous.png BG 2.40 - BG 2.42 - 43 Go-next.png
Śrī Śrīmad A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda


VERS 41

व्यवसायात्मिका बुद्धिरेकेह कुरुनन्दन ।
बहुशाखा ह्यनन्ताश्च बुद्धयोऽव्यवसायिनाम् ॥४१॥


vyavasāyātmikā buddhir
ekeha kuru-nandana
bahu-śākhā hy anantaś ca
buddhayo ’vyavasāyinām


SYNONYME

vyavasāya-ātmikā — entschlossen im Kṛṣṇa-Bewußtsein; buddhiḥ — Intelligenz; ekā — nur eines; iha — in dieser Welt; kuru-nandana — o geliebtes Kind der Kurus; bahu-śākhāḥ — vielverzweigt sein; hi — in der Tat; anantāḥ — unbegrenzt; ca — auch; buddhayaḥ — Intelligenz; avyavasāyinām — derjenigen, die nicht Kṛṣṇa-bewußt sind.


ÜBERSETZUNG

Diejenigen, die diesen Pfad beschreiten, sind entschlossen in ihrem Vorhaben, und ihr Ziel ist eins. O geliebtes Kind der Kurus, die Intelligenz der Unentschlossenen jedoch ist vielverzweigt.


ERLÄUTERUNG

Den starken Glauben, daß man durch Kṛṣṇa-Bewußtsein die höchste Vollkommenheit des Lebens erreichen wird, bezeichnet man als vyavasāyātmikā-Intelligenz. Im Caitanya-caritāmṛta (Madhya 22.62) heißt es:


‘śraddhā’-śabde – viśvāsa kahe sudṛḍha niścaya
kṛṣṇe bhakti kaile sarva-karma kṛta haya


Glaube bedeutet unerschütterliches Vertrauen in etwas Erhabenes. Wenn man die Pflichten im Kṛṣṇa-Bewußtsein erfüllt, braucht man den Verpflichtungen, die man in der materiellen Welt gegenüber der Familie, der Menschheit oder der Nation haben mag, nicht nachzukommen. Fruchtbringende Tätigkeiten sind die Handlungen, die aus den Reaktionen auf vergangene gute oder schlechte Taten hervorgehen. Im Zustand des erwachten Kṛṣṇa-Bewußtseins jedoch braucht man bei seinen Tätigkeiten nicht mehr nach guten Ergebnissen zu streben. Wenn man im Kṛṣṇa-Bewußtsein verankert ist, befinden sich alle Handlungen auf der absoluten Ebene, da sie nicht mehr der Dualität, wie gut und schlecht, unterworfen sind. Die höchste Vollkommenheit des Kṛṣṇa-Bewußtseins ist die Entsagung der materiellen Lebensauffassung. Diese Stufe wird mit fortschreitendem Kṛṣṇa-Bewußtsein von selbst erreicht.

Die unerschütterliche Entschlossenheit eines Menschen im Kṛṣṇa-Bewußtsein gründet auf Wissen. Vāsudevaḥ sarvam iti sa mahātmā su-durlabhaḥ. Es ist eine seltene, große Seele, die Kṛṣṇa-bewußt ist und vollkommen versteht, daß Vāsudeva, Kṛṣṇa, die Wurzel aller manifestierten Ursachen ist. So wie man automatisch den Blättern und Zweigen des gesamten Baumes dient, indem man die Wurzel begießt, so kann man jedem – sich selbst, der Familie, der Gesellschaft, dem Land, der Menschheit usw. – den höchsten Dienst erweisen, indem man im Kṛṣṇa-Bewußtsein handelt. Wenn Kṛṣṇa durch unsere Tätigkeiten zufriedengestellt ist, dann wird jeder zufrieden sein.

Dienst im Kṛṣṇa-Bewußtsein wird jedoch am besten unter der kundigen Führung eines spirituellen Meisters ausgeführt, der ein echter Vertreter Kṛṣṇas ist, der das Wesen seines Schülers kennt und der ihn so anleiten kann, daß er im Kṛṣṇa-Bewußtsein handelt. Um daher im Kṛṣṇa-Bewußtsein wirklich fortzuschreiten, muß man fest entschlossen handeln und dem Stellvertreter Kṛṣṇas gehorchen, und man sollte die Anweisung des echten spirituellen Meisters als seine Lebensaufgabe ansehen. Śrīla Viśvanātha Cakravartī Ṭhākura lehrt uns in seinen berühmten Gebeten zum spirituellen Meister:


yasya prasādād bhagavat-prasādo
yasyāprasādān na gatiḥ kuto ’pi
dhyāyan stuvaṁs tasya yaśas tri-sandhyaṁ
vande guroḥ śrī-caraṇāravindam


„Wenn der spirituelle Meister zufriedengestellt ist, dann ist auch die Höchste Persönlichkeit Gottes zufrieden. Und wenn man den spirituellen Meister nicht zufriedenstellt, ist es nicht möglich, auf die Ebene des Kṛṣṇa-Bewußtseins erhoben zu werden. Mindestens dreimal am Tag sollte ich deshalb über ihn meditieren und beten, er möge mir seine Barmherzigkeit gewähren. Ihm, meinem spirituellen Meister, erweise ich meine achtungsvollen Ehrerbietungen.“

Der ganze Vorgang hängt jedoch davon ab, daß man vollkommenes Wissen über die Seele jenseits des Körpers besitzt – nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktisches, indem man nicht mehr versucht, seine Sinne durch fruchtbringende Handlungen zu befriedigen. Jemand, der im Geist nicht wahrhaft gefestigt ist, wird von verschiedenen fruchtbringenden Handlungen abgelenkt.


Go-previous.png BG 2.40 - BG 2.42 - 43 Go-next.png